Digitale Revolution als Treiber der Innovation

23.01.2018 - Veranstaltung

Zurück zu Anlässe

Schon Tradition: Unternehmerdinner der Kantone Graubünden und Zürich am WEF in Davos: Regierungspräsident Markus Kägi, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, Regierungsrat Jon Domenic Parolini (GR) und Regierungsrat Mario Fehr

Wie beeinflusst die digitale Revolution die Innovation? Spannende Inputs zu dieser Frage lieferte das traditionelle Unternehmerdinner der Kantone Zürich und Graubünden am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos. Regierungspräsident Markus Kägi, Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh und Sicherheitsdirektor Mario Fehr nutzten den Anlass für wertvollen Austausch. Die Regierungsdelegation pflegt am WEF Netzwerke und bringt in diesem internationalen Umfeld die Anliegen des Kantons Zürich ein.

Die Zürcher Regierungsdelegation unterstrich im Gespräch mit den Gästen und Fachleuten die Attraktivität des Wirtschaftsraums Zürich mit seinem hervorragenden Innovations-Ökosystem. Die vierte industrielle Revolution sei in vollem Gange und werde die Wirtschaft und das Arbeitsleben prägen wie einst die Erfindung der Dampfmaschine oder die Elektrifizierung. Klar sei dabei: Wir können nicht wählen, ob wir bei der digitalen Transformation mitmachen oder nicht. Wir können nur wählen, ob wir das als Chance sehen oder nicht. Die Digitalisierung ermöglicht vielfältige neue Geschäftsmodelle und Innovationen, die jedoch nicht durch Überregulierung abgewürgt werden dürfen, sondern vielmehr durch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen begünstigt werden sollen.

Schon Tradition: Unternehmerdinner der Kantone Graubünden und Zürich am WEF in Davos: Regierungspräsident Markus Kägi, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, Regierungsrat Jon Domenic Parolini (GR) und Regierungsrat Mario Fehr
Schon Tradition: Unternehmerdinner der Kantone Graubünden und Zürich am WEF in Davos. Regierungspräsident Markus Kägi, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, Regierungsrat Jon Domenic Parolini (GR) und Regierungsrat Mario Fehr.

Digitalisierung bringt Paradigmenwechsel

Wie die Chancen der Digitalisierung genutzt werden können, erläuterten die beiden Fachreferenten aus ihrer Perspektive. Tim Jaeger, Head of Diagnostics Information Solutions bei Roche sprach von einem entscheidenden Durchbruch, den die Digitalisierung gerade auch in der Gesundheitsforschung und –versorgung mit sich bringe. Dank Big Data werde es möglich sein, die molekularen Informationen eines Individuums mit anderen medizinischen Daten zu kombinieren und daraus Therapien abzuleiten, die den Patienten auf den Leib zugeschnitten sind. Dies sieht auch Andrew Thompson so, der als Präsident und CEO das Digital Health-Unternehmen Proteus führt. Proteus stellt Digital Health Produkte her, die eingenommen werden und aus dem Körper heraus Signale senden. So können Ärzte beispielsweise via Smartphone kontrollieren, ob Patienten ihre Medizin einnehmen. Schätzungen gehen davon aus, dass wegen Nachlässigkeit bei der Medikamenteneinnahme in Europa jährlich 200'000 Menschen frühzeitig sterben und Folgekosten in Milliardenhöhe entstehen. Das 20. Jahrhundert sei, so Thompson, das Jahrhundert der Krankenpflege gewesen. Im 21. Jahrhundert gehe es um Digitale Gesundheit. Die Digitalisierung transferiere Medizin für die Massen in Medizin für das Individuum, wobei auch Mobiltelefone eine entscheidende Rolle spielen können. Dabei handle es sich um einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patienten: Das richtige Medikament in der richtigen Dosierung für jedermann überall zur richtigen Zeit.  

Tim Jaeger, Head of Diagnostics Information Solutions bei Roche
Tim Jaeger, Head of Diagnostics Information Solutions bei Roche.

Andrew Thompson, Präsident und CEO das Digital Health-Unternehmen Proteus
Andrew Thompson, Präsident und CEO das Digital Health-Unternehmen Proteus.

Der entscheidende Durchbruch wird aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Gesundheitsforschung und -versorgung zu erwarten sein. In Ergänzung zur medizinischen und zur wissenschaftlichen Arbeit hat die Datenverarbeitung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und wird sich künftig zu einer Disziplin entwickeln, der das gleiche Gewicht zukommt wie den Naturwissenschaften.

Zauberwort Big Data

Das Stichwort lautet Big Data: Spitäler und Gesundheitszentren auf der ganzen Welt verfügen inzwischen über medizinische Angaben zu Millionen von Patienten, die zwar klinisch relevant, aber nicht genügend strukturiert und standardisiert sind, um systematisch für diagnostische oder therapeutische Zwecke genutzt zu werden. Ziel der computergestützten Analyse wird es sein, die molekularen Informationen eines Individuums mit anderen medizinischen Daten und Ergebnissen aus Diagnose-Tests zu kombinieren und daraus für einen Patienten eine individualisierte, eine buchstäblich auf den Leib zugeschnittene Therapie abzuleiten. Dank der Technik zur Verarbeitung grosser Datenmengen könnte diese Aufgabe künftig zum Routine-Prozedere werden, das vielen Patienten zur Verfügung stünde.

Zurück zu Anlässe