Der «Motor der Schweiz» vor grossen Herausforderungen

17.03.2016 - Veranstaltung

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Der Kanton Zürich ist ein starker und innovativer Kanton mit hoher Lebensqualität. Gleichzeitig steht er als Wirtschaftsmotor der Schweiz vor grossen Herausforderungen. «Wir haben diese erkannt und packen sie an», versicherte Regierungspräsident Ernst Stocker am Mittwochabend den rund 150 Gästen der Zürcherischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft im voll besetzten Kaufleutensaal.

Mit 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern stellt der Kanton Zürich 17,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Jeder fünfte Franken des Schweizer Bruttoinlandproduktes wird im Kanton Zürich erwirtschaftet, ein Viertel der umsatzstärksten Industrie-, Handels und Dienstleistungsunternehmen hat hier seinen Sitz. Das macht den Kanton zum Wirtschaftsmotor der Schweiz. Zürich ist aber auch ein innovativer, sicherer und nicht zuletzt gut vernetzter Kanton mit den Erfolgsmodellen S-Bahn und Flughafen sowie hervorragenden Bildungsinstitutionen.

Regierungspräsident Ernst Stocker im Kaufleuten.
Regierungspräsident Ernst Stocker im Kaufleuten.

Vier Handlungsfelder

Dieser Erfolg darf laut Ernst Stocker nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch grosse Herausforderungen anstehen. Konkret sprach Stocker von vier Handlungsfeldern. Sorgen bereitet ihm die Tatsache, dass wichtige Verkehrsprojekte wie die Oberland-Autobahn oder die Lückenschliessung Uster-Wetzikon-Betzholz wegen Naturschutzanliegen nach wie vor blockiert sind. Ein weiteres Sorgenkind ist die Umfahrung Eglisau. Die dringend notwendige Entlastung der Gemeinde mit einem neuen Rhein-Viadukt kommt aufgrund des Widerstandes von Natur- und Heimatschutzorganisationen nicht vorwärts. Eine weitere grosse Herausforderung sieht Ernst Stocker beim Staatshaushalt. Der Regierungsrat ist gesetzlich verpflichtet, Massnahmen für den mittelfristigen Ausgleich zu ergreifen und erarbeitet mit der Leistungsüberprüfung 16 entsprechende Massnahmen. «Wir sind fest entschlossen, das zu lösen. Der Kanton Zürich muss sein ‹AAA› behalten», machte Stocker klar. Der Kanton muss aber nicht nur seine eigenen Finanzen in Ordnung bringen, er zahlt auch mehr als alle anderen Kantone in den Finanzausgleich. Und gleichzeitig drohen durch die Unternehmenssteuerreform III massive Steuerausfälle. Man müsse, so Stocker, alles daran setzen, die Standortattraktivität und das Steuersubstrat zu erhalten.  

«Sie lieben uns nicht, aber sie wissen, was sie an uns haben»

All diese Herausforderungen seien erkannt und würden angepackt. Von einem Zuhörer auf die Rolle des starken Kantons Zürich im Bundesbern angesprochen meinte Regierungspräsident Stocker mit einer Portion Humor: «Sie lieben uns nicht, aber sie wissen, was sie an uns haben».

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