Ernst Stocker übergibt das Ruder an Liechtenstein

02.12.2016 - Veranstaltung,Medienmitteilung

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Während einem Jahr hatte der Kanton Zürich den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) inne, im kommenden Jahr übernimmt Liechtenstein diese Rolle. Regierungsrat Ernst Stocker blickt auf ein spezielles Präsidialjahr zurück.

Ein Jahr lang waren Sie nun für den Kanton Zürich der Vorsitzende der Internationalen Bodenseekonferenz. Was bleibt im Rückblick davon?
Wir haben damit unter Beweis stellen können, dass wir ein engagiertes Mitglied sind, dem der Wirtschaftsraum im Osten unseres Landes wichtig ist – auch wenn wir kein Anrainer des Bodensees sind. Das Präsidialjahr hat uns zudem die Möglichkeit gegeben, unsere Kontakte über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus noch mehr zu festigen. Das ist wichtig: Es fällt später einfacher, Lösungen für Probleme zu finden, wenn man sich persönlich kennt und weiss, mit wem man wie reden muss.

Welchen Stellenwert hat die IBK für einen Nicht-Bodensee-Anrainer wie den Kanton Zürich?
Eine Beträchtliche. Das lässt sich mit einem Zahlenbeispiel zeigen: 33‘000 der 59‘000 deutschen Grenzgänger in der Schweiz arbeiten im Metropolitanraum Zürich, davon 1000 allein am Flughafen Zürich-Kloten. Oder bezogen auf das Bundesland Baden-Württemberg: Wäre unser nördlicher Nachbar ein souveränes Land, wäre er gemeinsam mit Frankreich das drittwichtigste Exportland der Schweiz. Und umgekehrt ist die Schweiz nach den USA, China und Frankreich der viertwichtigste Absatzmarkt für Produkte aus Baden-Württemberg.

Und was bedeutet das in Bezug auf die IBK und den Kanton Zürich?
Die IBK deckt diesen sehr potenten Wirtschaftsraum ab, zu dem neben Baden-Württemberg auch das Bundesland Bayern gehört – die beiden stärksten deutschen Bundesländer. Unsere Kontakte über die Grenzen hinweg nach Deutschland sind so intensiv, dass es wichtig ist, zusammenzuarbeiten und unnötige Barrieren zu beseitigen. Das tun wir zum Beispiel auch bei der Wissenszusammenarbeit über die Internationale Bodensee-Hochschule, an der auch die Hochschulen aus unserem Kanton beteiligt sind. Es wäre unsinnig, Wissen mit Grenzen zu behindern – Wissen orientiert sich an Projekten.

Welche Begegnung bleibt Ihnen als Vorsitzendem am besten in Erinnerung?
Das war sicher die Arbeitsreise einer IBK-Delegation auf Ministerebene nach Brüssel im Januar 2016, bei der auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann dabei war. Dabei haben wir dem deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger und den Vertretern des Auswärtigen Dienstes der EU aufzeigen können, welch enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit wir im weiteren Bodenseeraum haben. Es war wichtig, dass wir das getan haben – denn andere Regionen lobbyieren in Brüssel schon länger. In Europa gibt es eine Handvoll solcher grenzüberschreitender Wirtschaftsräume – unsere Region wurde dabei als sehr erfolgreich gelobt, und wir hoffen natürlich, dass das bei den Verhandlungen mit der EU ebenfalls eine Rolle spielt und anerkannt wird.

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