Graubünden und Zürich nutzen World Economic Forum zur Vernetzung von Unternehmen

21.01.2015 - Veranstaltung

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Siegwart, Mazur und Goldin

Zum zweiten Mal empfingen die Kantone Graubünden und Zürich in Davos am Rande des WEF knapp 40 interessierte Unternehmensvertreter zum Thema «Globale Entwicklungen und Herausforderungen für den Innovationsstandort Schweiz». Die Fähigkeit zur Veränderung ist entscheidend, fehlt sie, fällt ein Unternehmen, aber auch eine Region oder ein ganzes Land im globalen Wettbewerb zurück, waren sich Gäste, Referenten und Regierungsmitglieder rasch einig.

Regierungsrat Jon Domenic Parolini (GR) begrüsst zur Veranstaltung.
Regierungsrat Jon Domenic Parolini (GR) begrüsst zur Veranstaltung.

Prof. Ian Goldin, Direktor der Oxford Martin School, legte als ehemaliger Vizepräsident der Weltbank und zuvor als Berater von Nelson Mandela, in seinem Referat die Risiken und Chancen des Wirtschaftsstandorts Schweiz dar. Angesichts der stark wachsenden Anzahl von Hochschulabsolventinnen und –absolventen sei das Innovationspotenzial weltweit immens – er halte die aktuelle Periode für eine neue Renaissance mit grossen Herausforderungen. Neue Märkte seien zunehmend wohlhabender als gewisse alte Märkte – die Schweiz meine er aber damit nicht. Weil sehr häufig die Bevölkerung die Zukunftsaussichten als unsicher einschätze, fordere sie eine Rückkehr zum alten Zustand. Aber: «The past is a very bad guide for the future». Die Schweiz könne ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, wenn sie mit den beiden Haupttreibern Technologie und Migration umzugehen verstehe.

Die Professoren Die Professoren Roland Yves Siegwart (ETH ) und Simon Hoerstrup (Univesität Zürich).und Hoerstrup der ETH Zürich.
Die Professoren Roland Yves Siegwart (ETH) und Simon Hoerstrup (Univesität Zürich).

Dr. Katarzyna Mazur-Hofsäss, Präsidentin für den Wirtschaftsraum Europe, Middle East und Africa der Zimmer GmbH (Winterthur), präsentierte die Strategie der Zimmer Gruppe bei der Nutzung der Standortvorteile der Schweiz. 52‘000 Personen arbeiten schweizweit im Medizinaltechnikbereich. Zimmer beschäftigt global 9'000 Menschen, davon 1'000 in Winterthur. «Die MedTech-Branche ist sehr produktiv und innovativ, ein industrielles Schmuckstück.» Das Schweizer Wirtschaftssystem sei insgesamt sehr widerstandsfähig. Eine grosse Aufgabe sehe Zimmer in der Förderung von Jungunternehmen, es sei erstaunlich, wie viele aussergewöhnliche Ideen diese entwickelten.

Prof. Roland Yves Siegwart, Dr. Katarzyna Mazur-Hofsäss und Prof. Ian Goldin.
Prof. Roland Yves Siegwart, Dr. Katarzyna Mazur-Hofsäss und Prof. Ian Goldin.

Die beiden Referierenden diskutierten anschliessend mit Prof. Dr. Roland Siegwart, Professor für Robotik, ETH Zürich, die vorliegenden Analysen und standen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Die Regierungsräte Mario Fehr (ZH), Christian Rathgeb (GR), Ernst Stocker (ZH) und Barbara Janom Steiner (GR). Ebenfalls aus Zürich angereist sind die Regierungsräte Markus Kägi, Thomas Heiniger und Martin Graf.
Die Regierungsräte Mario Fehr (ZH), Christian Rathgeb (GR), Ernst Stocker (ZH) und Barbara Janom Steiner (GR). Ebenfalls aus Zürich angereist sind die Regierungsräte Markus Kägi, Thomas Heiniger und Martin Graf.

Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini, Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Kanton Graubünden und Regierungsrat Ernst Stocker, Volkswirtschaftsdirektor Kanton Zürich, plädierten für die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft. Deshalb hätten die beiden Kantonsregierungen auch zum zweiten Mal dieses Treffen in Davos organisiert. Einerseits um die Vernetzung der Unternehmensvertreter zu fördern, und anderseits um sich als Partner, die ausserordentlich gut zusammenarbeiten wie die Kantone Graubünden und Zürich, zu präsentieren. Stocker: «Der wirtschaftliche Fortschritt hält sich heute nicht mehr an Landesgrenzen, vermehrt sind es Regionen, die die Führung übernehmen.» Insgesamt zeigten sich die Regierungsvertreter trotz aller aktuellen Schwierigkeiten zuversichtlich und appellierten an ein gesundes Selbstbewusstsein der Schweiz.

Susanne Sorg-Keller (Text und Bilder)

Regierungsrätin Barbara Janom Steiner (GR, links) und Dr. Katarzyna Mazur-Hofsäss.
Regierungsrätin Barbara Janom Steiner (GR, links) und Dr. Katarzyna Mazur-Hofsäss.

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