«Ein wichtiger Tag für die ganze Schweiz»

26.10.2015 - Veranstaltung

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Die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh hat heute gemeinsam mit dem SBB CEO Andreas Meyer und dem Chef des Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler, das zweite und letzte Teilstück der Durchmesserlinie (DML) eröffnet. In nur 48 Tagen rollt der Personenverkehr über die beiden neuen Brücken, mit denen Zürich ein weiteres Wahrzeichen erhält.

Ein von Politprominenz gut besetzter Sonderzug rollte pünktlich um 10.30 Uhr aus dem neuen Bahnhof Löwenstrasse stadtauswärts. Gemächlich – damit die geladenen Gäste die Aussicht auch geniessen konnten – überfuhr er zunächst die Kohlendreieckbrücke, die unter anderem einen guten Überblick über eine andere Grossbaustelle bot: Den imposanten Aushub des künftigen Polizei- und Justizzentrums. 
 

Achterbahn war gestern

Der erste Teil der Sonderfahrt endete mitten auf der zweiten Brücke der DML, der Letzigrabenbrücke. Über deren höchsten Pfeiler kamen die Gäste in einen besondern – und hoffentlich einmaligen – Genuss: Sie durften aus dem Zug aussteigen und die Brücke über die Nottreppe verlassen. Unten angekommen stellte Carmen Walker Späh gemeinsam mit Andreas Meyer und Peter Füglistaler die symbolische Weiche zur Eröffnung der Durchmesserlinie. Gleichzeitig entfaltete sich ein Transparent auf der Brücke, worauf weit sichtbar zu lesen ist: «Achterbahn war gestern – heute fährt man Durchmesserlinie».

«Das neuste Wahzeichen Zürichs»

Danach gelangen die Gäste über die stählerne Nottreppe wieder zurück in den Zug, der sie anschliessend nach Altstetten brachte. Im SBB-Personalrestaurant Westlink sprach Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh zu den anwesenden Gästen und Medienvertretern. Sie nannte die DML das neuste Wahrzeichen Zürichs, das «für den Wandel steht». Sie zeigte sich glücklich, dieses Generationenprojekt zu eröffnen, an dem enorm viele Leute mitgearbeitet haben. Darunter auch der ebenfalls anwesende Regierungspräsident Ernst Stocker, der bis Anfang Jahr der Volkswirtschaftsdirektion vorgestanden ist. Die Eröffnung der DML, so Walker Späh, sei nicht nur für Zürich ein grosser Tag, sondern für die ganze Schweiz.

Eines der schönsten Panoramen der Schweiz

Peter Füglistaler, der Chef des Bundesamtes für Verkehr, bestätigte den anwesenden unter anderem, dass die «vielen Köche den Brei in diesem Fall nicht verdorben haben» und lobte die weitsichtige Zusammenarbeit auf allen politischen Stufen, gerade bei der Finanzierung.

SBB CEO Andreas Meyer hob die vielen Vorzüge hervor, welche die DML den Passagieren der SBB und der S-Bahn bringen wird: «Kein anderes Verkehrsmittel kann in dieser Kapazität und mit so einem Tempo die Menschen ins Zentrum von Zürich bringen». Dereinst sollen die Schnellzüge mit bis zu 120 Stundenkilometern über die beiden heute eingeweihten Brücken rauschen. Den Passagieren bietet sich dabei «eines der schönsten Panoramen der Schweiz». Tatsächlich ist der Ausblick über die Stadt von der Letzigrabenbrücke aus einmalig.

Das Ende einer Ära

Für die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch endet mit der Inbetriebnahme der DML die «Ära des Sackbahnhofs». Wer künftig von Zürich nach Bern müsse, habe nun noch weniger Argumente für das Auto. Selbst der frisch gewählte SVP-Nationalrat Mauro Tuena habe gelobt, nun das Zugefahren zu lernen, wusste Mauch mit einem Schmunzeln zu berichten. 

Stündlich 24 Züge

Der Sonderzug hält auf der Letzigrabenbrücke.
Ein Halt mitten auf der Letzigrabenbrücke bleibt hoffentlich die Ausnahme.

Der zweite Teil des Generationenprojekts Durchmesserlinie ist pünktlich fertiggestellt worden. Der Hauptbahnhof Zürich hat nun genügend Kapazität, um die prognostizierte Zunahme des öffentlichen Verkehrs auf absehbare Zeit bewältigen zu können.
Die Planungsphase begann vor 13 Jahren, nachdem die Zürcher Stimmbevölkerung 2001 den kantonalen Kredit mit über 80 Prozent Ja-Stimmen angenommen hatte. Die Kosten für die Durchmesserlinie belaufen sich insgesamt auf 2,068 Milliarden Franken und werden zu einem Drittel vom Kanton Zürich und zu zwei Dritteln vom Bund getragen.

Die Kohlendreieck- und die Letzigrabenbrücke gehen mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 in Betrieb. Dann werden 24 Fernverkehrs- und S-Bahn-Züge pro Stunde das Bauwerk nutzen.

Text und Fotos: Roger Zedi

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