Unternehmensdialog 2014 in Horgen: «Mein Stolz ist ein Boot aus Holz»

19.11.2014 - Veranstaltung

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Unternehmensdialog 2014

Der Regierungsrat hat Führungspersonen aus traditionellen Zürcher Unternehmen zum Standortdialog in der Yachtwerft Faul AG in Horgen über das Thema «Unternehmensnachfolge – Tradition der Veränderung» eingeladen.

 

Am Mittwoch fand der zweite Standortdialog in der Yachtwerft Faul AG
in Horgen statt. Der Regierungsrat hat Führungspersonen aus traditionellen
Zürcher Unternehmen zum Austausch über das Thema «Unternehmensnachfolge –
Tradition der Veränderung» eingeladen. Die Nachfolgethematik sei eine der
zentralen Herausforderungen für das Überleben vieler Unternehmen, meinte
Regierungsrat Ernst Stocker, Volkswirtschaftsdirektor in seiner Begrüssung.

Unternehmensdialog 2014
Der Regierungsrat hat Führungspersonen aus traditionellen Zürcher Unternehmen zum Standortdialog in die Yachtwerft Faul AG eingeladen - im Bild die Delegation des Regierungsrates und die Referentinnen und Referenten.

Wertschätzung gegenüber den bereits hier ansässigen Unternehmen

Das Ziel des Treffens ist es, die Wertschätzung gegenüber den bereits hier ansässigen Unternehmen aufzuzeigen – nicht nur Neuansiedlungen von Unternehmen sind im Fokus der Standortförderung. Volkswirtschaftsdirektor Stocker führte aus, dass zur Zeit eine Pensionierungswelle die KMU’s überrolle, deshalb sei das Thema Nachfolge für viele hochaktuell.

Der Trend sei neu, dass rund 60 Prozent der Unternehmen extern verkauft würden – und damit seien zehntausende von Arbeitsplätzen von einer Nachfolgelösung betroffen, stellte Franziska Müller Tiberini, CEO Familienunternehmen.ch, fest. Sie und auch Carla Kaufmann, CEO der Companymarket AG und der Geschäftsfrau.ch führen auf Internet-Plattformen Interessentinnen und Interessenten zusammen. Sehr häufig sind bei der Unternehmensnachfolge Emotionen im Spiel und die Leidenschaft für den Beruf macht einen Ablösungsprozess oft langwierig.

Dr. Karin Lenzlinger, CEO Lenzlinger Söhne AG, sprach in diesem Zusammenhang von Arbeitsethos und Leistungswille – eine Geschäftsübergabe, vor allem eine innerhalb der Familie, dürfe keinesfalls mit Ungeduld angegangen werden: «Man soll sich Zeit lassen, diskutieren und die Rollen definieren». Wie die Lenzlinger Söhne AG ist auch die Yachtwerft Faul AG ein Traditionsunternehmen. CEO Franz Faul führt die Firma in der vierten Generation und es steht in absehbarer Zeit die Frage der Unternehmensnachfolge durch die fünfte Generation bevor. Während es zu Beginn des 20. Jahrhunderts geheissen habe «Mein ganzer Stolz ist ein Boot aus Holz» musste sich die Werft im vergangenen Jahrhundert ständig erneuern und den Bootsbau schliesslich einstellen, weil die Yachten unterdessen vorwiegend aus Glasfaserverstärktem Kunststoff GFK hergestellt werden.

Nach regem Austausch über die Veränderungen der jüngsten Zeit und dem Ausblick auf die Zukunft wurde der diesjährige Standortdialog geschlossen. 

Regierungspräsidentin Regine Aeppli im Gespräch mit Wirtschaftsvertretern (CEO Franz Faul, Mitte)
Regierungspräsidentin Regine Aeppli im Gespräch mit Wirtschaftsvertretern (CEO Franz Faul, Mitte)

Unternehmensdialog 2014
Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker: «Das Thema Unternehmensnachfolge kam bisher eher zu kurz».

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